MännerLiebelei

Das Date mit dem Schreiberling.

Vergangene Woche erzählte ich euch von Moritz, dem eifrigen Schreiberling. Diesem Titel blieb er weiterhin gerecht. Wo man sonst in galantem Schweigen versinkt zwischen Vereinbarung eines Dates und besagtem Tag, fand Moritz immer einen Aufhänger, mich an seinem Leben teilhaben zu lassen. Vermutlich keine schlechte Eigenschaft, jedoch wäre mir eine Portion weniger lieber gewesen.

Montag war es dann endlich soweit: Unser Date. Allerdings kam ich zuvor mal wieder an den Punkt, das ein wenig in Frage zu stellen. Um unseren Smalltalk ein wenig zu durchbrechen, stellte ich am Sonntag schon mal die Frage in den Raum,wo wir uns denn treffen wollen.

Darauf schrieb er eine der wohl umfassendsten Antworten, nämlich:

„Das ist eine gute Frage“.

Ach ja, ist sie das?
Die Lösung gab daraufhin ich vor, ungeachtet der Tatsache,dass ein Date in Tempelhof für ihn doch eine gute Strecke Sbahn-Fahren bedeuten würde. Aber er war fein mit meiner Idee. Gut. Ich konkretisierte folglich die Koordinaten und musste tief durchatmen, als ich seine Antwort darauf laß:

„Hm. Da wohnte meine Ex.“

Ich wollte ganz frech entgegnen „Ja, und?“ Aber er schien mir zu sensibel dafür. Immerhin hatte ich nun doch wieder Lust DIESEN Menschen kennenzulernen. Vielleicht konnte er sich ja im direkten Gespräch besser artikulieren? Bis dahin hieß jedoch noch ein wenig aushalten, denn natürlich verspätete er sich und schrieb mir dann auch noch die „Vorwarnung“, wie er es betitelte, dass er ganz Feierabend-Style in Jogginghose unterwegs sei. Ah ja. Sexy Boy also. Warum hatte ich mir überhaupt Gedanken gemacht?

Nun gut. Ungeachtet meiner bereits aufgekommenen Negativität diesem Date gegenüber, wollte ich ihm noch eine Chance geben. Immerhin tauchte er just in diesem Moment vor mir auf. Auf zum Tempelhofer Feld beziehungsweise: erstmal zum Späti.

Und da war es dann eigentlich vollkommen vorbei mit meiner Geduld.
Als ich fragte, ob wir uns hier ein Bier kaufen wollen, entgegnete er, dass er bereits 2 Bier dabei hätte. OK. Also für jeden eins. Tja. Falsch gedacht! Er hatte für sich zwei Bier dabei, ich müsse mir dann bitte noch selbst kaufen, was ich möchte. Ich musste schlucken.

Natürlich gehe ich nicht stehts und ständig davon aus, dass meine Dates mich auf alles einladen. Aber: Ein Späti-Bier sollte wohl drin sein und zudem zahle ich meist gern Runde zwei. Zu Moritz fiel mir jedoch nichts mehr ein. Leider habe ich in solchen Momenten dann auch nicht den Mumm, das Date einfach abzubrechen, aber es wäre wohl nicht schade drum gewesen. Zugegeben, wir haben uns danach noch rech nett unterhalten,aber es war einfach klar, dass danach nichts mehr zwischen uns passieren würde.

Ein Kommentar zu „Das Date mit dem Schreiberling.

  1. Wenn es richtig schlecht gelaufem wäre, hättest du bestimmt den Mut aufgebracht, es abzubrechen. Natürlich mit einer netten Ausrede. Aber so warst du doch neugierig, ob noch was kommen würde. Außer Spesen nix gewesen. 😉

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