MännerLiebelei

TinderTag.

Naja, nicht ganz. Eigentlich ist heute ja KINDERtag, zumindest für all jene, welche wie ich im Osten der Republik aufgewachsen sind und diese Tradition tatsächlich von klein auf miterleben durften. Nun kann ich zu dieser Thematik allerdings nicht vielmehr schreiben, als das ich meine Eltern dafür sehr lieb habe, dass sie mich auch mit Mitte Zwanzig immer noch mit einer kleinen Freude zum Kindertag überraschen. Wenngleich auch bei Ihnen langsam der Wunsch aufkommt, dass ich mir doch mal eigenen Nachwuchs anschaffen könnte. Tja, und schon wären wir wieder bei der Wurzel allen Übels angekommen: dem DatingDschungel, der einfach zu viele Kröten und augenscheinlich zu wenig Frösche beherbergt.

Aber nochmal alles auf Anfang. Vor etwas über einer Woche installierte ich mir die ach so fabelhaft angepriesene NEUE DatingApp Once. Nach einigen Enttäuschungen ergab sich tatsächlich ein sympathisches Match mit einem offensichtlich kreativen Herrn, der mehr zu schreiben hatte, als nur das übliche Geplänkel über Job, Alltag und die aktuelle Gemütslage. Ich war neugierig und so ergab sich tatsächlich seit langem mal wieder ein Date.

Samstagabend, 21 Uhr. Das Knie wippt, die Musik versucht vergebens Ablenkung zu schaffen und mein Bauch grummelt. Vom Kopf ganz zu schweigen. Ich warte. Ich warte auf einen Herrn, der es tatsächlich seit langem mal wieder geschafft hat, dass ich tagtäglich auf mein Smartphone schaue und hoffe, von IHM eine Nachricht erhalten zu haben. Natürlich hat seine Bahn Verspätung, wo ich dieses Warten doch generell schon so liebe. Aber gut. Das muss ja wohl so sein.

Endlich. Er ist da. Wir verabreden einen konkreten Platz zum Treffen. Die Spannung steigt. Das müsste er sein, aber Moment, stand in seinem Profil nicht, er sei 1,85m? Doch, doch. Aber das ist er nicht. Der ist maximal so groß wie ich. Ein erster Anflug von Enttäuschung breitet sich aus, aber wir wollen ja nicht vorschnell urteilen und dem Herrn eine Chance geben. Immerhin haben wir nett miteinander geschrieben, folglich sollte dennoch von diesem Abend etwas zu erwarten sein.

Wie schon vorab mitgeteilt, möchte er noch eine Kleinigkeit essen, bevor wir etwas trinken gehen. Wie gut, dass mein Lieblings-Burrito-Laden direkt um die Ecke ist. Doch schon der kurze Weg dahin, ist seltsam. Augenscheinlich scheine nicht nur ich ein wenig enttäuscht zu sein. In jedem Fall bringt er kaum ein Wort heraus und so schweigen wir auf diesen ersten 500m mehr, als das wir reden.

Nach dem Essen, welches nur minder eine Besserung unserer verhaltenen Konversation mit sich gebracht hat, wird es ein wenig angenehmer. Wir spazieren ein Stück, holen uns dann beim Kiosk ein Bier und machen es uns auf einer Parkbank gemütlich. Das Gespräch ist inzwischen flüssiger, aber keineswegs interessanter geworden. Und mit interessant meine ich weniger den Inhalt, sondern vielmehr die Tatsache, dass wir einfach nicht wirklich harmonieren, geschweige denn in irgendeiner Form ein bisschen flirty werden. Ganz im Gegenteil, während des Spazierens ertappe ich mich sogar dabei, wie ich mit uns entgegenkommenden Typen flirte.

Irgendwann werden wir dann aufgescheucht von unserer Bank, da sich eine Putzkolonne über den Platz hermacht und gern gründlich arbeiten würde. Den Männern bin ich sehr dankbar, denn das gibt die Gelegenheit, wieder den Weg Richtung Bahn einzuschlagen. Dort angekommen fragt er doch tatsächlich, was wir jetzt machen wollen? Sein Ernst? Ich will nach Hause und das schon seit drei Stunden.

Und so endet dieses „Date“. Drei Stunden Zeitverschwendung und der Beschluss: ab sofort wird meine Freundin Lea als Notfall-Backup a´la Sex and the City integriert. Denn in der Serie gibt es einen geheimen Code für Date-Notfälle und dann erhält die Ärmste umgehend einen Anruf der anderen mit den Worten „Es ist etwas Schlimmes passiert“. Tja, und dann war´s das mit der Zeitverschwendung. Und sorry Jungs, auch wenn das immer viele nicht verstehen wollen: ja, für uns Frauen über 1,60m ist durchaus von Bedeutung, wie groß ihr seid. Wir gucken gern hoch und haben nur ungern die Sorge, dass wir etwas kaputt machen könnten, wenn wir uns auf euch setzen!

Ich bin echt gespannt, was der Dschungel noch so alles bereit hält.

4 Kommentare zu „TinderTag.

  1. Bei dem letzten Abschnitt habe ich so gelacht 😀 Das mit der Größe ist für mich nämlich auch immer so wichtig. Und wenn er dabei schon schummelt, ist das auch nicht weit gedacht. Ich glaube ich organisiere mir zukünftig auch ein „Notfall-Backup“ 😀

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