Adventskalender

Jingle Fails.

Ich möchte mir selbst auf die Finger hauen. So richtig. So richtig, richtig. Das es weh tut. Was bin ich eigentlich für eine Bloggerin über Tinder & Co, die es selbst nicht lassen kann, solch elementare Fehler zu begehen. Ich hasse mich selbst für diesen Ausbruch von allergrößter emotionaler Schwäche und wer ist mal wieder daran Schuld? Ein Mann.

Ein Mann, den ich bereits vor sage und schreibe 4 Wochen gedatet habe. Nennen wir Dich Fabian.

Wir schreiben verhältnismäßig lange und vor allem ausführlich, bis wir es nach gut einer Woche zu einem realen Treffen schaffen. Spazieren, Wein trinken und feststellen, dass wir uns augenscheinlich nicht unsympathisch sind. Ein guter Start, das finden wir beide und Du verleihst diesem mit etlichen Nachrichten im folgenden stetigen Ausdruck.

Ich hingegen bin von Anfang an ein wenig verwirrt. Du bist recht frisch Single, schreibst, dass Du wohl eher etwas Lockeres suchst und bist dennoch so unglaublich fokussiert und vereinnahmend, dass ich nicht umhin komme, immer wieder über Dich nachzudenken. Das fuchst mich, denn für gewöhnlich stehe ich so überhaupt nicht auf solche intensiven WhatsApp-Gespräche und bevorzuge reale Konversationen. Diese jedoch, wollen einfach nicht klappen, da Du ganz gern verplanst, was noch ansteht und ich stetig den kürzeren ziehe.

Meinst Du das ernst? Machst Du das mit Absicht? Oder ist es Dir wirklich noch ein Anliegen, mich noch einmal zu treffen?

Ich möchte Dir schreiben, dass ich das schon jetzt recht anstrengend finde, will Dir aber auch nicht vor den Kopf stoßen. Ganz Frau lass ich es. Lediglich eine minimale Portion Zynismus entgleist mir hier und da auf unserer Odyssee. Du scheinst meines Erachten wirklich interessiert, aber die Verwirrung mag nicht so recht verschwinden. Wie auch? Seit 3 Wochen schreiben wir, mit dem Ergebniss, dass wir auf der Stelle treten.

Ich habe mich verrannt. Ganz offensichtlich läuft hier etwas schief und ich bin dennoch nicht im Stande, meine Hand von der glühenden Herdplatte zu ziehen. Warum? Passiert das eigentlich nur Frauen?

Woher kam auf einmal diese innere Abhängigkeit? Am Anfang habe ich die Augen verdreht, weil Du mich nach unserem Date wirklich zugetextet hast. Dann war ich stetig enttäuscht darüber, dass Du mich wieder und wieder versetzt. Als wir dann endlich einen Weg fanden, erneut wirkliche Lust auf ein Treffen aufzubauen und sogar telefonierten, dachte ich, das könnte doch ganz schön werden. Und nun sowas: Du willst reden, bist verwirrt.

Ich auch. Und ich bin noch so viel mehr: sauer, wütend, traurig, ich hasse mich selbst für diesen postpubertären Anfall größter Naivität und möchte Dir am liebsten all das um die Ohren hauen.

In wenigen Tagen werd ich 28. Kurz darauf gibts mal wieder die elterliche Weihnachts-Single-Keule und nicht zu vergessen die Freunde, die mich mit ihren kleine Familien glattweg zum Weinen bringen können. Hinweg die Leichtigkeit des Seins. Ich spüre die Schwere schon jetzt im Magen und mir ist schlecht. Merry Christmas, Fabian. Ich hoffe, man schenkt Dir ein gutes Buch.

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