MännerLiebelei

#02 Beziehungsgefüge.

Ist man einmal am emotionalen Tiefpunkt angelangt, kann es nur noch besser werden. Hört man einen solchen Spruch möchte man zunächst immer erst einmal brechen. Logisch, denn man bekommt sowas ja auch immer zu hören, wenn die Welt einfach dunkelschwarz gefärbt ist und wer möchte dann schon mit Farbballons beschossen werden?

Nachträglich gestaltet es sich dann meist schnell anders: Denn setzt erst einmal der Prozess der Wundheilung ein, können wir wieder nach vorne blicken. Wir erkennen, dass es tatsächlich wieder all diese bunten Farben gibt, welche sich zuvor mit bestem Geschick verstecken konnten. Meine größte Hilfe für das ordnen all meiner Beziehungsgefüge, wie ich diese neue Etappe meiner Bloggeschichte nennen möchte, waren Bücher. Bücher wie „Das Wiedersehen im Café am Rande der Welt“, welche mich vor einigen Wochen genau dort abgeholt haben, wo ich es am meisten gebraucht habe: In einem kleinen Chaos aus Leben, Liebe, Arbeit, Familie und Zweifeln.

Inzwischen lese ich Pippi Langstrumpf.

Es vermag so unglaublich albern zu klingen, aber ich glaub doch, dass die besten Philosophien genau dort zu finden sind: In der Lektüre unserer Kinderzimmer. Dort, wo die Welt noch nach ganz einfachen Regeln funktionierte und uns genau mit jener Leichtigkeit umhüllte, die wir auch und vor allem im Erwachsenenalter so dringend gebrauchen können.

Am Ende meiner Geschichte mit dem Herrn Gefühlschaos habe ich mich in einer schlussendlich selbstauferlegten Bredouille gesehen: Wenn ich ihm jetzt schreibe, was mich umtreibt, weshalb ich mich missverstanden fühle und verletzt von seiner vermeintlichen Ignoranz bin, dann würde er mich gewiss für eine neurotische Ziege halten, die viel zu viel in etwas hineininterpretiert, was doch nie gewesen ist. Also ließ ich es.

Stattdessen bleib ich das liebe Mädchen, artikulierte mich gesellschaftlich angemessen und kochte innerlich vor Ärger über sein Verhalten.

Das möchte ich nicht mehr. Ich möchte wieder mehr Leichtigkeit in meinem Leben, mehr von dieser Pippi-Mentalität, vom Enthusiasmus, einfach zu machen, was einem gefällt.

Als Kind war es so einfach: Wenn wir mit jemandem spielen wollten, brauchten wir kaum Worte dazu: Wir folgten unserem Spiel-Impuls, streckten unser Patschehändchen aus und genossen all jene Abenteuer, auf welche wir zu jenem Zeitpunkt Lust verspürten. Warum können wir das heute nicht mehr? Warum machen wir alles so kompliziert? Warum sind unsere Spielchen so umständlich?

Ich melde mich heute nicht, weil Du sonst denken könntest, dass ich Dich mag.

Entschuldigung, hat sich mal jemand diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen?

12 Kommentare zu „#02 Beziehungsgefüge.

  1. „Warum können wir das heute nicht mehr? Warum machen wir alles so kompliziert? Warum sind unsere Spielchen so umständlich?“

    Weil Männer irgendwann mal, zu einer Zeit, als sie nicht mal im Traum daran dachten, zu spielen, gemerkt haben, daß Frauen nicht mehr tun als zu spielen. Vor allem aber haben sie gemerkt, daß es kein Team gibt, in dem eine Frau mit einem Mann spielt. Und nachdem dann die männlichen Illusionen zerplatzt waren, haben die Männer sich auf euch und euer Niveau eingestellt.

    Und ich weiß genau, daß du das excellent verstehst – aber niemals öffentlich zugeben würdest.

    „Ich melde mich heute nicht, weil Du sonst denken könntest, dass ich Dich mag.
    Entschuldigung, hat sich mal jemand diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen?“

    Ich versteh wirklich dein Problem nicht. Das ist DIE Standardpraxis der Frauen seit Jahrzehnten. Und es gibt keine modernen Film mehr, wo z.B. die Frau auf das Bekenntnis des Mannes „Ich liebe dich.“ noch irgendwas antwortet. In der Regel drehen sie sich schweigend weg und sehen dabei irgendwie verstört aus.

    OK? DAS sind die Vorbilder, nach denen die Geschlechterbeziehungen heutzutage ausgehandelt werden – täglich neu.

    Geliefert, wie vom Feminismus bestellt: Frauen werden befreit und Männer werden Frauen gleichgestellt. Macht Spaß, gell?

    Ach? So war das nicht gemeint ??? Na, sowas aber auch ….. 😉

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    1. Hui! Ich bin wirklich immer wieder beeindruckt davon, wie pechschwarz Deine Sicht der Dinge zu sein scheint. Du musst sehr verletzt worden sein, wenn Du jene Meinung so stringent vertreten kannst. Ich finde das traurig. Natürlich gibt es viele Menschen, die sich überaus albern verhalten, wenn es ums Kennenlernen, Verlieben und Beziehungen geht – nichts anderes sage ich in meinen Artikeln, nur bitte: Warum können wir nicht bei uns selbst bleiben? Ich versuche, anders zu handeln und bin fest davon überzeugt, dass es viele gibt, die es ebenso leid sind, sich den albernen, verletzenden Spielchen hinzugeben. Und genau wir sind es, die es anders machen können. Und damit vielleicht auch etwas Gutes bei unseren Mitmenschen initiieren können.

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      1. „Du musst sehr verletzt worden sein“

        Das ist doch Unsinn: Erstens kann ich auch das verstehen, was ich selbst nicht erlebt habe und daher ohne Probleme durchschauen, das andere Männer aus ihrem Leben und aus ihren Erfahrungen berichten. Und zweitens sind meine Erfahrungen im Vergleich dazu, was andere Männer durchmachen mußten, richtig gut: Wenige große gute Erfahrungen und viele kleine schlechte. Da können andere Männer nur von träumen. Glaub mir, an meinen persönlichen Erfahrungen liegt es nicht.

        Aber: Ich lese systematisch deine Artikel und sie sind aus ausgesuchter Qualität, wenn es darum geht, toxische Weiblichkeit zu dokumentieren. Solltest du irgendwann aus deinen Erfahrungen lernen derart, daß sich da was zum Positiven verändert, und auch noch in deinen posts niederschlagen – was ja durchaus zwei Paar Schuhe sind – dann gebe ich dir gerne Bescheid.

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      2. Wie las ich soeben auf deinem blog nach:

        Shakespeare konnte nichts dafür, daß er als Mann geboren wurde, aber Einsicht sei der erste Schritt zur Besserung.

        Schöner kann frau Rassismus eigentlich nicht ausdrücken.

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      3. Rassismus? 😂 also auch wenn eine Diskussion vermutlich absolut nichts bringt, aber ich frage mich ja wirklich, warum du das alles denn überhaupt liest und kommentierst, wenn es dir so zuwider ist?!
        Außerdem bist du doch derjenige, der mit Vorurteilen Frauen gegenüber nur so um sich wirft, oder deute ich das falsch? 🤔

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