MännerLiebelei

#05 Beziehungsgefüge.

Ansprechen oder einfach passieren lassen?

Tja, Shakespeare – So würde Deine Frage wohl heute lauten. Auf jeden Fall, wenn man auf mein vorletztes Wochenende blickt. An diesem wurde nämlich mit meinen beiden Freunden, welche mir einen kurzen Berlin-Besuch abgestattet haben, ausführlichst über jene Handlungsempfehlungen diskutiert.

Drei Singles unter sich: Natürlich hat wieder jeder irgendeine Geschichte auf Lager und am Ende sind sie alle gleich: Versetzt, Verloren, Verplant. Er wurde abserviert, sie musste ihm leider gestehen, dass sie nicht dasselbe für ihn fühlt, es wurde mal wieder gekonnt geghostet und nun sind es wieder neue Menschen, über die wir diskutieren. Aber hey: Ab und An bringen diese Gespräche ja tatsächlich ihre wahre Freude mit sich. Und zumindest am Anfang machen die meisten Geschichten ja auch zunächst einmal Spaß.

Man muss eben nur aufpassen, wie sich die Dinge entwickeln und wie es einem selbst dabei geht. Denn eines hat uns die Singlewelt gewiss bereits gelehrt: Wir müssen auf uns & unsere Gefühle Acht geben. Denn diese werden bekanntlich schneller in Mitleidenschaft gezogen als uns lieb ist.

Exakt jenes Wissen war es auch, welches unser Feierabend-trunkenes Freitagsgespräch zur Frage aller Fragen führte: Ansprechen oder einfach passieren lassen?

Klar ist: Immer alles definieren zu wollen funktioniert nicht und wäre auch vollkommener Irrsinn. Insbesondere in einer Stadt der Bindungsängste wie Berlin sollte man vermutlich lieber möglichst lang die Füße still halten, bevor man den anderen mit einer falschen Handlung in Richtung „Was sind wir eigentlich?“ verschreckt. Doch was, wenn die Parameter nicht ganz so leicht zu greifen sind? Wenn das Päckchen des anderen schlichtweg mehr umfasst, als das übliche „Ich bin Single & schaue einfach, wohin das hier führt“?

Ist es klüger, die Finger von einer vermeintlich „komplizierten Kiste“ zu lassen, als sie sich daran zu verbrennen? Wie oft sind wir eigentlich bereit, auf die heiße Herdplatte zu fassen, bevor es uns eine Lehre ist? Mich führen jene Fragen zumeist zurück auf meine liebste Dating-Devise: Lass Dich drauf ein oder lass es bleiben. Und ich würde behaupten, dass es damit auch schon ganz gut funktioniert. Nur leider bewahrt es eben auch mich nicht vor den Hürden der angesprochenen Päckchen.

Und dann stehe auch ich wieder vor eben jener Bredouille: Ansprechen oder einfach passieren lassen? Denn wie handelt man „richtig“, wenn die Begegnung mit einem Herren beispielsweise von vorn herein ein Verfallsdatum mit sich bringt? Er im Stande ist, eine lange Reise anzutreten oder wegzuziehen? Ist es in einem solchen Fall klug, die Frage zu stellen, was eigentlich nach Ablauf seiner Berlin-Zeit aus dem vermeintlichen „wir“ geschieht? Oder sollte ich stillschweigend mit mir ausmachen, ob ich dem gewachsen bin und es bis zu jenem Zeitpunkt schlichtweg genießen? Die Fragezeichen für solch ein Dilemma finden in meinem Kopf kein Ende. Und gewiss auch nicht, wenn ich eine weitere Diskussion darüber führe, denn Fakt ist: Die wahre Antwort kennt nur die Zeit. Sofern ich mich darauf einlassen will. Andernfalls sollte ich die Hand nun wohl wirklich von der Herdplatte nehmen, denn die ist langsam gut erhitzt und die Verbrennungsgefahr auf ein Maximum gestiegen.

20 Kommentare zu „#05 Beziehungsgefüge.

  1. Es ist schon schön, wenn man für sich selbst klar ist, was man denn überhaupt möchte. Dass der Traumprinz nicht auf dem Roß dahergeritten kommt, ist auch klar.
    Noch eine Weisheit: Wer nicht fragt, bekommt nichts oder das, was übrig bleibt. Initiative und Reden ist der beste Weg, um herauszubekommen, was der Gegenüber denkt. In den Kopf kannst du nie schauen, aber das Handeln beurteilen.

    Viel Glück beim Finden !

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    1. Korrekt. Darum hatten wir an jenem Abend ja auch mehr genug zu bereden, denn mein Freund, welcher zu Besuch war, wurde von seiner Bekanntschaft geghostet – sie hat ihn ziemlich bescheiden abserviert.

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      1. Ah so, ich dachte du findest es okay oder sogar toll wenn Frauen ghosten, so klang das für mich.
        Finde ich gut, wenn du auch mal über den Tellerrand heraus schaust und wahrnimmst, wie sich viele Frauen heute beim Dating verhalten – oft nämlich arrogant und herablassend. Da ist Ghosting nur ein kleines Übel (obwohl ich persönlich Ghosting gar nicht so schlimm finde und auch entspannt damit umgehe).

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      2. Nein, keineswegs. Ich finde, niemand hat es verdient einfach so im Regen stehen gelassen zu werden. Eine kleine Nachricht darf jeder hinterlassen, denn das ist nicht zu viel verlangt. Vorher konnte man ja auch den Mund aufmachen, warum dann nicht auf aufrichtig bis zum Ende bleiben? Tut ja nicht weh. Und ich bin mir nicht erst seit gestern darum bewusst, dass sich Männer und Frauen nichts schenken, wenn es um Fehlverhalten im Sozialen Miteinander geht. Schon mal in einer Mädchenclique unterwegs gewesen? Der blanke Horror und ich kenne so manche Frau, mit der ich gewiss nie eine Beziehung haben wollen würde. Beide müssen sich reflektieren und darum wissen, dass Miteinander auch heißt, Empathie an den Tag zu legen. Meine Artikel fokussieren schlussendlich die Männer, weil ich nun mal eine Frau bin und jene Spezies gerne date;)

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      3. Ghosting heißt für mich nicht, dass der Nachbar nicht mehr grüßt oder ein Tinder-Match nicht mehr antwortet, sondern das Menschen, zu denen man eine emotionale Bindung hat, und das können auch Freunde oder Familienmitglieder sein, plötzlich & unerwartet aus dem Leben verschwinden, eben so, als hätten sie nie existiert.

        Das ist in meinem Umfeld absolut nicht normal.

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      4. Gut, so definiert wäre Ghosting wirklich nicht toll. Aber hier gehts ja um Tinder Dating (aus Frauensicht) und bei Online Dating ist Ghosting normal und passiert in den meisten Fällen dem Mann, der von der „modernen, unabhängigen“ Frau geghosted wird. Damit muss man als Mann beim Online Dating umgehen können, auch wenn es natürlich nervt.

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      5. Hm, ob dem so ist? Also, dass immer nur die Männer geghosted werden? Nein! Dafür kenne ich zu viele Geschichten, die anders herum gelaufen sind. Letztendlich schenken sich beide Geschlechter da glaub nichts: Beide machen das. Und egal wer: Es ist Sch***!Punkt.

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      6. Eine Nachricht wäre natürlich immer schön, aber wenn es nach dem ersten Online-Date keinen Kontakt mehr gibt, hätte ich damit auch kein Problem. Ewig rumeiern nervt mich mehr.

        Ich könnte auch nicht ausschließen, nach einem wirklich schlechten Date, ebenso zu handeln.

        Ghosting würde ich dieses aber nicht nennen. Und ob sich mehr Frauen als Männer so verhalten, weiß ich nicht. Solche Geschlechterdebatten sind mir eigentlich egal.

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      7. „und ich kenne so manche Frau, mit der ich gewiss nie eine Beziehung haben wollen würde. “
        Bezogen auf diesen Satz.. Könntest du dir denn allgemein eine Beziehung mit einer Frau vorstellen?:)

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      8. Nein, kann ich nicht. Ich bin da doch recht klar an Männern interessiert;) Aber in manch einer Situation habe ich mir dennoch schon mal die Frage gestellt, wie das wohl ein potentieller Partner wahrnehmen würde. Denn selbst ich als Frau sah mich bereits in manchen Situtationen am Ende meines Geduldfadens,bspw. im gemeinsamen Urlaub mit einer Freundin. Da hätte ich großes Verständnis für einen Streit mit dem Partner…

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      9. Sie wollte wohl nur fairerweise sagen, dass viele Frauen auch nervig sind.
        Es gibt bei RTL z.B. diese Sendung „Take me out“, wo arrogante Frauen Männer kritisch beurteilen. Warum werden Frauen dort nicht auch mal beurteilt? Das wäre dann wohl mal wieder „sexistisch“.
        Viele Frauen denken heute, sie könnten Männer bewerten ohne selbst jemals bewertet oder beurteilt zu werden.

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      10. Schade aber auch:D Hier im Blog zumindest wirkst du nämlich sehr sympathisch:)
        Und ja, ich kann dir bestätigen: Frauen können auch sehr, sehr anstrengende Macken haben – ich denke, das ist nicht unbedingt etwas geschlechtsspezifisches..
        Liebe Grüße!

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  2. Sehr nett geschrieben! Also ich hab die Erfahrung gemacht, dass es gar nichts bringt, wenn man sich vornimmt die Liebe und ein etwaiges Ablaufdatum mit Vernunft zu betrachten… entweder man ist verliebt oder eben nicht… das Herz sucht sich das selber aus ❤

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