Mamaleben.

UNSICHTBAR: Wie ein Mama-Alltag funktioniert.

Zum Mamasein gehört wirklich einiges. Vor allem aber sehr viel Organisation und jede Menge Verzicht. Ein Verzicht, den jede Mama aus Liebe zu ihrem Kind von Herzen gern in Kauf nimmt, sich im Gegenzug jedoch vor allem eines dafür wünscht: Verständnis und Respekt. Bedauerlicherweise ist genau das oft keine Selbstverständlichkeit, wenngleich es von allen so behauptet wird. Und genau darum liegt mir das Verfassen dieses Artikels so ungemein am Herzen.

Als Mutter funktionieren wir Frauen meist wie ein Schweizer Uhrwerk: Wir wissen, was gebraucht wird, takten unsere To-Do-Listen so effizient wie nur irgend möglich & schaffen in einem Zeitfenster von 20 Minuten, was manch anderer den ganzen Tag nicht zustande bringt. All das lässt schnell den Eindruck entstehen, dass es ja super klappt mit uns und dem Baby, sich alles toll eingespielt hat und wir ja sicher zufrieden sein müssen. Nun ja, klar ist Mama glücklich darüber, dass sie Wäsche, Windeln & Wohnung soweit im Griff hat, aber zufrieden wäre sie eigentlich erst dann, wenn am Ende des Tages vielleicht doch mehr als nur die halbgaren 20-30 Minuten „Me-Time“ dabei rausgesprungen wären.

Vom ersten Augenblick an, sind Mama und Baby eine Einheit. Ein Wir, dessen Taktung maximal von diesem kleinen Wesen bestimmt wird und vor allem in Entwicklungsphasen kaum Kompromisse zulässt. Zeitfenster zum Essen, Schlafen, kurz was erledigen und ja, auch auf Toilette gehen, sind ziemlich klar vorgegeben. Oder eben auch nicht. Wie oft sich eine Mama {fast} in die Hose pinkelt, mit ungeputzten Zähnen aus dem Haus geht oder sich nicht {!} Duschen konnte, möchte vermutlich niemand so genau wissen. Am wenigsten die Mami selbst, denn nein, das fühlt sich nicht immer gut an. Trotzdem ist es am Ende irgendwie vollkommen OK, denn Mama hat einen weiteren Tag bestmöglich bestritten und es geschafft, alles soweit zu bewerkstelligen.

Dieses alles jedoch, erscheint für alle anderen oft unfassbar banal. Immerhin sind Dinge wie Einkaufen, Wäsche waschen, Putzen, Kochen und was eben sonst so nebenher anfällt doch nun wirklich „nichts besonderes“. Klar. So hätte ich es vor meinen Alltag mit Baby auch mehr oder weniger betrachtet. Jedoch bekommen all diese Dinge als Mama ein vollkommen neues Gewicht, denn sie müssen unweigerlich erledigt werden und das, ganz gleich wie viel Schlaf man bekommen hat, wie viel Zeit einem das Baby dafür in seinen Wach- und Schlafphasen lässt und der Tag am Ende überhaupt Stunden hat. Mein Baby ist ein absolutes Trage-Kind. Darin liegt etwas unglaubliche schönes, denn es sucht sehr viel Nähe und gestaltet unsere Bindung Tag für Tag ungemein innig. Allerdings geht damit auch jene Realität einher, welche ich mit diesem Artikel für alle Mamas so gern unterstreichen möchte.

Nachdem wir uns morgens fertig gemacht haben, heißt es auf zum ersten Schläfchen-Spaziergang. Eine ausgiebige Runde, während jener Mama es am besten schafft, einzukaufen, sich etwas zum Mittagessen vorzubereiten und schon mal einen Teil des Haushalts abgearbeitet bekommt. Wenn das Kind dann zum Mittag erwacht, können dann all jene Dinge erledigt werden, welche entweder zu laut oder wirklich zu unhandlich für eine Erledigung während des umgebundenen Schlafens gewesen wären. Am Nachmittag folgen dann Runde zwei und vielleicht sogar drei, während jener auf jeden Fall das Abendessen vorbereiten werden muss, denn schwuppdiwupp ist es dann auch schon 18Uhr. Womit bei uns jener Zeitpunkt erreicht wäre, an dem der Papa gemeinhin zur Wohnungstür hineinspaziert und den von Mama und ihrer noch offenen To-Do-Liste heißersehntesten Part einläutet: Ein bisschen „Baby-freie“ Zeit.

Doch diese ist am Ende ganz klar begrenzt, denn spätestens um 20Uhr möchte das Baby fertig fürs Bettchen gemacht werden und was das im Umkehrschluss für Mamas Liste bedeutet, dürfte nun selbst der größten Mathe-Niete klar sein: Sie behält ihre ungemeine Länge. Denn Abendessen, Duschen & kurz durchatmen wollten ja auch bis zur Nachtruhe passiert sein.