MännerLiebelei

TinderDate: Tanzfläche.

Samstagabend. Was macht der Durchschnittsberliner in seinen besten Jahren zu dieser Stunde? Er geht feiern. Wie gefühlt der Rest der Hauptstadt, denn in Berlin ist man schlussendlich immer im richtigen Alter zum Weggehen. Nur die Clubs und Absichten variieren.

So verwunderte es mich und meine Mädels auch nicht, dass wir auf der Tanzfläche ein skurriles Gemisch aus Anfang Zwanzigjährigen, Mitvierzigern und einer gefühlten Reisegruppe Endzwanziger Briten antrafen. Musiktechnisch waren wir dieses Abends mal wieder in den 90ern unterwegs, einer Partyreihe, welche sich in den letzten Jahren schier inflationär überall etabliert hat und augenscheinlich so schnell auch nicht vorübergehen soll. Man könnte fast meinen, die 90er sind die neuen Schlager. Mit ausreichendem Alkoholpegel kann zu dieser Musik jeder tanzen und vor allem lauthals mitgröhlen.

Nun gut. Der DJ bewies allerdings auch dahingehend Geschmack, dass er nebst den absoluten Nervsongs wie “ Wannabe“ oder „Tell me why“ auch viele deutsche Klassiker unserer Jugend auflegte und wir so auch mal wieder in den Genuss von Farin Urlaub, den Sporties sowie Fettes Brot kamen. Musik, die ich wirklich gern mag und mochte und entsprechend recht Fehlerfrei selbst ohne Pegel mitsingen kann.

Es ergab sich daher folgendes Bild an jenem Samstagabend: die jungen Hüpfer gröhlten sich die Seele aus dem Leib, während die Mitvierziger latent sabbernd versuchten, weniger alt zu wirken, um ihre Chancen auf die spätere Begleitung durch eines der jungen Mädels nicht endgültig in den Wind zu schießen. Wir wiederum hatten die Option auf eine Runde Knutschen schon nach Betreten des Club verworfen und waren auf trinken, tanzen und mitsingen fokussiert. Tja, und dann waren da noch die Briten. Ein skurriles Völkchen, welches ich grundlegend sehr gern mag, jedoch dieses Abends eher als amüsant empfinden musste.

Während nämlich all die deutschen Songs der 90er und 2000er spielten, wurde ich gleich von zwei britischen Herren angesprochen. Der erste fragte mich, was das denn für Musik sei, die hier grad spielte. Ich versuchte ihm zu erklären, dass es sich dabei um recht populäre deutsche Song handelte, die ebenso wie die Backstreetboys aus leicht vergangenen Tagen stammen. Es schien ihn zu verwirren und damit endete auch unsere Unterhaltung.

Darauffolgend startete Brite Nummer zwei seinen Anlauf mit den galanten Worten:
„You’re creepy, but I like you.“

Ok. Interessanter Ansatz.

7 Kommentare zu „TinderDate: Tanzfläche.

  1. Da hat der Herr Brite ja all‘ seinen Charme zusammen genommen und dann beim Kofferpacken doch liegen gelassen… Der menschliche Dschungel ist manchmal ein wirklich hartes Pflaster, zum Glück gibt es Musik aus der Vergangenheit, die einen mit Erinnerungen weich auffangen kann 😉 ich liebe die 90er, kaum eine Musik lässt mein Herz so leicht und meinen Kopf so unbeschwert werden, wie die 90er! Die dürfen auf keiner guten Party fehlen 🙂

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