MännerLiebelei

Kein TinderDate.

Ich koche später was, falls Du magst?!;)

Oh wow. Habe ich mein One Night Stand grad zum Essen eingeladen? Ja. Und er scheint es vollkommen OK zu finden, denn seine Antwort lautet: „Gerne, ich bring nen Wein mit.

Ist das grad wirklich passiert? Ja.
Bin ich verwirrt? Ja.
Mache mich mir mal wieder zu viele Gedanken? Ja.

Eindeutig muss dieser Abend eine Katastrophe werden. Ich meine: Es kann doch wohl kaum wahr sein, dass ich nun tatsächlich soetwas wie ein Date mit meinem Prä-Silvester-Betthupferl haben werde.

Doch. Tatsächlich: Kurz vor 8 klingt es an meiner Tür und er schneit mit Wein und einem charmanten Lächeln herein. Ich habe gekocht und bin ziemlich stolz auf mich, ganz entspannt in Leggings und Pulli neben ihm am Tisch zu sitzen. Es fühlt sich seltsam an. Ich weiß kaum etwas über ihn und wohin das hier führen soll, kann ich auch nicht sagen. Wir finden allerdings einige Gesprächsthemen und als wir etwas später auf meiner Couch sitzen, suche wir ganz zaghaft die Nähe des anderen.

Bis jedoch mehr passieren soll, reden wir über Alpträume, Ängste, den Weihnachtsmann und Kinder. Richtig gelesen, Kinder. Ein Thema, vor dem mein Gegenüber weitaus weniger Furcht zu haben scheint wie viele andere Männer. Sympathisch und skurril zugleich. Und irgendwann, ja irgendwann landen wir im selbigen Knutschmodus wie vor Silvester und es ist schön. Verschmitzt grinsen wir uns an und lassen passieren, was wohl passieren musste. Noch immer scheint er die Lust am Kuscheln nicht verloren zu haben und so wurde es wirklich spät, als er von dannen zog.

Nun sitze ich hier. Und weiß noch immer nicht, was das gibt. Zu viele Gedanken. Um nichts? Vielleicht. Einen muss ich mir jedoch auf alle Fälle machen: Habe ich genügend Rollkragenpullis, um meinen Knutschfleck die nächsten Tage auf Arbeit zu verstecken?

20 Kommentare zu „Kein TinderDate.

  1. Diese Männer verwirren einen immer sooo. Ich kann deine Angst „zu viel zu interpretieren“ sehr gut verstehen und auch nachvollziehen. Dieselbe Angst habe ich auch. Bei dem Gedanken erscheint zuerst ein Lächeln in meinem Gesicht und verschwindet dann wieder, weil ich Angst habe wieder etwas reinzuinterpretieren, was eigentlich gar nicht da ist. Wiederum glaube ich, dass ich gar nicht mehr an Happy-Ends glauben kann und deswegen erst so misstrauisch gegenüber so Positiven bin. Vielleicht ist das auch bei dir der Fall?

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    1. Ich kann Dich so gut verstehen und inzwischen packen mich wirklich immer wieder starke Zweifel, ob es wirklich noch jemals eine Geschichte geben kann, die nicht nach 3 Tagen endet. Es ist traurig und erst gestern schrieb mir eine Freundin eine wohl sehr treffende Nachricht dazu. Denn sie glaubt, dass immer weniger Geschichten geschrieben werden, weil niemand mehr den Mut aufbringen kann, dem anderen sein eventuelles „mehr“ an Gefühlen zu gestehen. Sie wollte mich ermutigen,ihm zu schreiben… nur getraut habe ich mich natürlich noch nicht. Immerzu holen mich Zweifel ein, ihn damit nerven zu können…

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      1. Ja, weil einfach einfach Jeder Angst vor Ablehnung hat oder die Schwäche nicht zeigen will. Ich kann meine Zweifel leider auch nicht abschalten, obwohl ich es wirklich gerne können würde. Ich hoffe auf jeden Fall für Dich ein Happy-End, damit wir wieder vom Gegenteil überzeugt werden 😉

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      1. Das habe ich auch, nur in anderer Form: Ich habe jemanden Silvester auf einer privaten Feier kennengelernt. Ich bin neu in der Stadt und die Gruppe hat sich über Facebook gefunden und wir haben zusammen gefeiert. Sie ist mir da schon aufgefallen und hat mich öfters angelächelt. Wir haben uns gut unterhalten und ich habe ihre Nummer bekommen. Wir haben uns jetzt schon 2x getroffen, heute gerade wieder und es war jedes Mal sehr schön. Das hat sie auch gesagt.
        Was mich nur zweifeln lässt ist folgende Nachricht, die sie mir vor unserem ersten Treffen geschrieben hat „Äh. Ich möchte jetzt doch einmal grundsätzlich vorab sagen, dass das für mich eine platonische Verabredung und kein Date ist, ich möchte da gerne Missverständnissen vorbeugen.“
        Habe heute mal etwas nachgefragt und weiß, dass sie seit 4 Jahren jetzt Single ist. Zum Abschied haben wir uns übrigens umarmt, was von mir ausgeht. Das Treffen heute ging übrigens von ihr aus.
        Auch sonst schreiben wir ab und zu.

        Darf ich mir Hoffnungen auf mehr machen oder ist das nur rein freundschaftlich? Bin mir echt unsicher.

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      2. Also, ich denke, dass sie das sicher nicht ohne Grund erwähnt hat und würde dem auch viel beimessen. Daher würde ich auch sagen, dass es eher freundschaftlich ist. Sicher, 4 Jahre Single sind eine Ansage, aber halt auch 4 Jahre, in der sie so ihre Erfahrungen gemacht hat und ihre Ansage daher auch vermutlich überaus bewusst getroffen wurde. Ich kann sie auch verstehen, denn bei all dem Dating ist man auch unglaublich dankbar, wenn man auch hier und da mal wieder schlichte Freundschaften mit Männern schließen kann… das ist sicher ein wenig ärgerlich für dich, aber wohl tendenziell die Erklärung. Nichtsdestotrotz solltest du die Sache einfach beobachten und solltest Du Gefühle entwickeln, diese wohl auch ansprechen.

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      3. Hm… kann sein. Aber vielleicht wollte sie auch einfach nur jeglichen Druck herausnehmen?
        Ich denke, ich warte einfach die nächsten Treffen ab und gucke, was passiert und wie es sich entwickelt. Jetzt gleich voll in die Offensive zu gehen, kann auch nach hinten los gehen. Sie muss es ja auch irgendwo an meinen Gesten etc. merken, dass ich vielleicht mehr möchte. Ok, sie könnte auch einfach nur denken, dass ich sehr nett bin. Jedenfalls halte ich ihr die Tür auf, reiche ihr die Jacke, gucke, dass alles ok ist und sie sich wohl fühlt.

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      4. Genau, vorsichtig vorfühlen. 😊 Vielleicht mal gucken, dass sich die Hände berühren oder so und wie sie darauf reagiert. Nette Nachrichten schreiben, ohne zu offensichtlich zu sein. Zeit mit ihr verbringen und ganz Gentleman dabei sein.

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  2. Ich finde das hört sich nach dem klassischen casual Sex date an. Das Plus kuscheln finde ich jetzt auch nicht so ungewöhnlich. Männer haben doch auch das Bedürfnis nach dieser Art von Nähe. Der Unterschied ist wohl eher, dass das bei Männern kein Indikator ist für mehr. Bei Frauen wird dabei (schon beim Sex) fleißig das Bildungshormon ausgeschüttet. Das ist das emotional gefährliche…

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