MännerLiebelei

#01 Beziehungsgefüge.

Da ist was kaputt. Mächtig gewaltig kaputt.

Gewesen?

Nun, ich weiß nicht so recht, wie ich es beschreiben soll, aber ab irgendeinem Punkt habe ich mich diesen Sommer schlicht und ergreifend ohnmächtig gefühlt. Zu viel, von allem war es einfach zu viel. Das abrupte Drücken der Pausetaste war unumgänglich und so kam es, dass ihr für einige Wochen keine Post mehr auf meinem Blog lesen konntet. Die Stille soll nun ein Ende haben und seid euch gewiss: Geschichtenstoff habe ich einigen im Gepäck.

Beginnen wir mit jenem Menschen, der mein kleines Kartenhaus von Sommeridylle maßgeblich mit ins Wanken brachte: Der feine Herr Gefühlschaos.

Unsere Geschichte hatte einen für meinen Geschmack eher holprigen Beginn. So recht wusste ich nie, ob das alles noch so cool war, wie es an jenem ersten Kennenlernen den Anschein erweckt hatte. Zu verwirrt erschien ich mir selbst zu jener Zeit, zu euphorisch und zerstreut gleichermaßen und die Zweifel, ob wir uns je wiedersehen würden, waren sehr groß.

Nun, was soll ich euch sagen? Wir haben uns wiedergesehen. Zweimal sogar. Und es waren erneut ziemlich schöne Begegnungen. Vor allem aber haben sie mich in all meinen Wirrungen ein wenig beruhigen können. Wir haben über mein gefühltes Chaos gesprochen, geklärt, dass alles doch halb so wild war und wollten irgendwie nach vorne blicken. Zumindest schien das Konsens unserer Unterhaltungen gewesen zu sein.

Insbesondere unser drittes Date war fabelhaft: Begonnen mit indischem Abendessen, fortgeführt mit einem Kiezspaziergang und einem gemeinsamen Fußbad bis Mitten in die Nacht hinein, wachten wir am darauffolgenden Tag neben einander auf und begannen jenen Samstag perfekter denn je: Ein ausgiebiges Frühstück, ein fabelhafter Sommertagesplan, an den See zu fahren und eine Runde mit dem Tretboot zu trampeln und einmal mehr zeitlos unsere Zweisamkeit zu genießen. Ein anderes Wort als perfekt fällt mir dazu nicht ein.

Doch vermutlich hätte ich das bereits an diesem Tag nicht wählen dürfen. Am Abend verabschiedeten wir uns, denn er musste am Sonntag arbeiten und auch sonst wurden die darauffolgenden Tage bereits durch einige Termine belegt. Nicht schlimm, nur eine kleine Herausforderung für mein aufblühendes Herz, da jener Mann leider nicht so gern den Terminkalender zückt und konkrete Pläne schmiedet. So wog ich mich in Ungewissheit und Fragen, hielt mich mit dem Schreiben zurück und fand mich mehrere Tage später einer wirren Gedankenwolke aus Fragezeichen wieder.

Sporadisch schrieben wir, auch über ein baldiges Wiedersehen, nur weiterhin ohne konkret zu werden. Und so kam es, dass die Nachrichten weniger, die Pläne blasser und die Fragen in meinem Kopf umso lauter wurden: Was war das gewesen? Warum konnte sich dieser Mensch einfach nicht klar artikulieren? Warum scheute er, jegliche Pläne genauer anzugehen? Und warum um alles in der Welt, wusste ich einfach nicht mehr, was ich schreiben sollte?

Ich schwieg. Immerhin kommt man als Frau ja am Ende nur in Schwierigkeiten, wenn man sich zu häufig meldet. Also ließ ich es bleiben. Bis auf zwei kleine Versuche, doch nochmal nach seinem Befinden und der eventuellen Bereitschaft zu einem Wiedersehen nachzufragen. Ganz einfach und unkompliziert. Und ja, ich bekam auch eine Antwort. Nur nicht auf meine Frage, ob wir uns denn nochmal verabreden wollen? Zu diesem Thema schwieg er sich aus. Bis heute. Die Fragezeichen in meinem Kopf existieren noch immer. Nur stehen hinter ihnen nun auch Ausrufezeichen. Ausrufezeichen für einen Mann, der fabelhaft sein konnte, nur leider nicht Mann genug zu sein scheint, seinem Gegenüber reflektieren zu können, dass es für ihn vielleicht kein nächstes Mal geben würde.

24 Kommentare zu „#01 Beziehungsgefüge.

  1. Liebe Franzi,
    klingt wie meine Sommergeschichte, die erst in Hinhalten und dann in dem modernen ghosting geendet ist und das obwohl er erst der Treiber der Geschichte war und immer von weiteren Treffen gesprochen. Als ich dann auch soweit war mich voll darauf einzulassen und zu vertrauen, dass das wirklich echt sein könnte, war es dann schon vorbei… Das hat mit Auslaufen lassen meiner Meinung nichts zu tun, das ist einfach feige und unfair.
    Das Thema ist für mich leider auch immer noch nicht ganz durch, auch wenn ich immerhin schon so weit bin in auf allen Kanälen gelöscht zu haben…
    Drück dir die Daumen, dass du bald nur noch drüber lachen kannst!
    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Liebe Anna,
      Hab vielen lieben Dank für Deine Worte. Als ich Deine Nachricht gelesen habe, musste ich eunmal mehr an Max&Jakob von BesteFreundinnen denken – ich glaube, wir sind da wohl beide auf zwei Exemplare der Sorte „Seelenficker“ gestoßen. Traurig ist das. Denn wenngleich irgendwann der Punkt kommt, an dem wir drüber lachen können, so hinterlässt dich jeder Mensch seine Spuren im Leben eines anderen…
      Liebste Grüße:)

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  2. Das ist so respektlos und dumm von ihm. Eine Antwort ist essentiell um auch damit abzuschließen. Wahrscheinlich will er dich einfach warm halten und nicht komplett damit abschließen 🤷🏻‍♀️

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  3. Klarer Fall: Du hast nicht überzeugt, nicht mal in deinen Fähigkeiten, einen Korb mit Fassung hinzunehmen. Da bleibt einem Mann keine andere Wahl als einfach zu verschwinden und darauf zu vertrauen, dass Frau das Offensichtliche versteht.

    Völlig normal sowas. Frauen machen das immer und da wir Männer ja jetzt dasselbe dürfen, was Frauen dürfen – viel Spaß damit.

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    1. Schöne Verallgemeinerung, nur überhaupt nicht meine Handlungsmaxime. Ich finde, dass ein ehrliches Feedback essentiell ist. Von beiden Seiten – insbesondere dann, wenn man sich eine Weile gesehen hat. Ich bin durchaus im Stande, einen Korb mit Fassung zu tragen, wenn er jedoch nicht ausgesprochen wird, kann auch keine Fassung entstehen.

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      1. Ja, brauche ich. Denn wie bitte soll man alleine eine Schlussstrich unter etwas ziehen, was man selbst ja quasi nie beendet hat? Es braucht immer einen gewissen Gegenpart. Klar kann man eine Verbindung (jeglicher Art) einfach „auslaufen“ lassen, nur ist das kein Umgang, welchen ich mir wünsche. Ich möchte von einem erwachsenen Menschen erwarten dürfen, dass er so reflektiert ist, eine gewisse Kommunikation mit mir zu pflegen und die beinhaltet für mich nicht nur, dass man sich meldet, wenn man sich sehen will, sondern eben ab einem gewissen Punkt auch, dass man sich mitteilt, wenn man kein weiteres Interesse hegt. Das ist doch nur fair! Man kommt ja auch nicht einfach nicht mehr auf Arbeit und glaubt, dass der Arbeitgeber schon merken wird, dass man Kündigen wollte.

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  4. Tja so kenne ich das auch. Die Ungewissheit was es wird oder werden könnte. Vor allem wenn alles so vage bleibt und man in der Luft hängt. Wenn man jemanden mag, malt man sich ja doch schon irgendwie bisschen was aus und hofft auf ein baldiges Wiedersehen.
    Ach wenn die Menschen denn dann wenigstens mal die Eier hätten, zu sagen was Sache ist. Was ihnen nicht an einem passt. Im ersten Moment ist sowas sicher verletzend, aber auf lange Sicht doch deutlich angenehmer. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

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    1. „Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“ – da bin ich vollkommen bei Dir. Nur wäre das deutlich besser mit einer „schreckhaften“ Nachricht im Sinne von „War nett, aber nicht mehr“ als es durch Schweigen langsam versiegen zu lassen. Das tat für mich deutlich mehr weh, als es vielleicht mit einer entsprechenden Nachricht der Fall gewesen wäre. Immerhin hätte ich es dann wirklich „abhaken“ können, da ich gewusst hätte, woran ich bin. Schlussendlich weiß ich das ja bis jetzt nicht richtig, könnte ja auch sein, dass er einfach der verplanteste Mensch der Welt ist… aber gut. It´s over.

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