Adventskalender

Wahre Advents{Kaffee}Freude.

Als ich am Freitagnachmittag im Hope Superfood Deli auf der Akazienstraße in Schöneberg meine Bestellung aufgab, staunte die Verkäuferin nicht schlecht. Meine Worte lauteten:

„Einen Caffe Latte zum Mitnehmen, bitte in einem Recup-Becher“

Schlagartig strahlte sie übers ganze Gesicht und kam nicht umhin, ihrer Freude auch mit Worten Nachdruck zu verleihen:

„Wie wundervoll, dass Du das so bestellst! Ich habe es inzwischen aufgegeben, den Leuten bei ihrer Bestellung einen Recup anzubieten. Die meisten erkennen den Sinn für sich nicht darin. „

Wow. Ich bin überrascht und enttäuscht zugleich. Muss man an dieser Stelle doch wirklich betonen, wo ich mich befand: im Hope Superfood Deli. Einem Vegan-Vegetarischem Café, welchem Nachhaltigkeit und bewusster Konsum maßgeblich am Herzen liegen und ich diesen Anspruch tatsächlich auch dem überwiegenenden Teil der dortigen Kundschaft unterstellen würde. Oder liege ich hier falsch? Sollte es bewussten Veganern nicht auch genau um solche Werte gehen?

Ich bin erstaunt, wie viele ergänzende Gedanken mein Artikel über Recups doch mit einem mal dazugewonnen hat. Denn ursprünglich wollte ich euch in diesem Teil der aufgeblätterten Kaffeekolumne nur die Möglichkeit der Pfandbecher vorstellen – nun wird’s wohl doch ein wenig kritischer.

Denn wie euch Luise bereits im letzten Artikel schrieb: Der Müllberg, welchen wir durch die inflationäre und überaus unachtsame Nutzung von Pappbecher produzieren ist exorbitant riesig. Und dabei wäre er doch so einfach umgänglich. Sicher, vielen geht es wie mir: Entweder ich habe den Thermo-Becher direkt zu Hause vergessen oder der Kaffeedurst kommt mal wieder zu spontan. Umso erfreuter bin ich tatsächlich über das Angebot der Recups. Denn diese „leiht“ ihr im Café einfach für 1€ , erhaltet in den meisten Fällen einen kleinen Rabatt auf euren Kaffee und könnt den Becher in einem ebenfalls teilnehmenden Café wieder abgeben. Ein toller Deal, oder?

Nun gut, das ein oder andere Manko gibt es noch: zum Beispiel ist der Becher nicht vollends verschließbar, sodass man ihn nicht ohne weiteres nach dem Austrinken in der Tasche parken kann. Und: Aktuell partizipieren noch nicht unendliche viele Cafés an dieser Aktion. Aber zumindest der zweite Punkt sollte sich in kürze etwas bessern. Denn nicht nur, dass von sich aus immer mehr Cafés mitmachen, auf der Recup-Website könnt ihr auch eure Lieblingscafés notieren und diese somit für die Aktion vorschlagen.

In Großbritannien & Irland gibt es übrigens sogar eigene „Recups“ von Starbucks! Bleibt auch hier zu hoffen, dass diese ebenfalls zügig ihren Weg nach Deutschland finden.

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Recup – Starbucks-Style

Den vermeintlich begriffsstutzigen Besuchern des Hope Superfood Deli möchte ich übrigens noch einmal verdeutlichen: Ganz gleich, ob ihr euch zum Wohl der Tiere oder aus dem Großstadt-Hype für euren Lebensstil entschieden habt – denkt nochmal richtig über das Angebot nach. Im Supermarkt haben wir auch alle immer einen Jutebeutel dabei und müssen einen Beutel teuer zahlen – warum fehlt uns dann selbiges Bewusstsein beim Kaffee?

2 Kommentare zu „Wahre Advents{Kaffee}Freude.

  1. Nun, ich bin ganz bei Dir, dass man sich im Grunde wirklich die Zeit für eine Tasse Kaffee nehmen sollte. Nun haben wir jedoch nicht immer die Zeit dazu oder wollen uns wirklich noch einen leckeren Kaffee mit in den Zug o.ä. Nehmen – daher finde ich das To-Go-Angebot durchaus charmant. Das ausschließliche Anbieten der Recups wäre tatsächlich auch voll und ganz in meinem Sinne. Denn wie angeklungen mit den Jutebeuteln wäre es doch ein adäquates Zeichen und gleichzeitig die perfekte Erziehungsmaßnahme für alle Junkies;)

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  2. Warum nimmt man/frau sich einfach nicht die Zeit, eine kleine Pause einzulegen und dem Kaffee vor Ort zu trinken? Es war doch nicht so, dass wir Kunden diese „To-Go“-Becher forderten, die Industrie hat sie uns doch förmlich aufgedrängt. Und wir müssen unsere Bedürfnisse immmer und überall sofort befriedigen.
    Darüber lohnt es sich auch mal nachzudenken. Ist doch auch ein Stück Lebensqualität, mal für 15 Minuten zu verschnaufen.
    Offensichtlich geht es den demonstrativ vegan Lebenden nicht um Nachhaltigkeit sondern um Lifestyle oder gar Religionsersatz.
    Mal nebenbei – warum bietet der Laden nicht ausschliesslich Recup an?

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