Brieffreundschaft

ANimAtion:bLOG.

Den heutigen Artikel möchte ich mal wieder voll und ganz dem Hauptthema dieses Blogs widmen: Briefkastenliebe.

Nach und nach habe ich inzwischen mein „Projekt“ mit Freunden und Bekannten geteilt und sie in meine kleine Online/Offline-Welt-Mission eingeweiht. Viele von ihnen erhielten sogar einen Brief, der ihnen von meinem Blog verriet. Die Resonanz, welche ich dafür erfuhr, erfreute mich, denn zumeist spiegelte mir mein Umfeld wider, dass sie meine Post als Animation wahrgenommen haben, selbst mal wieder zu Füller und Papier zu greifen oder schlicht und einfach einem lieben Menschen eine Postkarte zu schreiben.

Fabelhaft, wie ich finde. Was mich allerdings schockierte, war die Aussage einer Freundin, welche mir erzählte, dass einer ihrer besten Kumpels mit seinen zweiundzwanzig Jahren noch NIE einen handschriftlichen Brief erhalten hat, geschweige denn, einen Brief je selbst verfasst hat.

Für mich klingt das ziemlich verrückt, sind wir doch schließlich noch gar nicht diese übermäßig plakativen Digital Natives. Wir, und damit meine ich die Generation 20plus, die Millennials, Teil der Generation Y oder wie man uns bezeichnen möchte, haben doch im Grunde noch einen guten Mix aus digital und analog mit auf den Weg bekommen. Brieffreundschaften und ähnliches sollten uns nicht so völlig fremd sein, oder doch?

Und falls ja, wie um alles in der Welt muss es nur den (für meine Begriffe) „wahren“ Digital Natives gehen, die jetzt aufwachsen und denen wohl möglich die tradierten, postmodernen Kommunikationswege analoger Briefkastenliebe völlig fremd sind? Nach wie vor möchte ich ganz fest an den noch nicht allzu schnell versiegenden, analogen Postweg glauben und daran, dass diese wundervolle Tradition auch noch eine gute Weile an Heranwachsende herangetragen wird.

Auch Saskia möchte an diesem, wie sie es bezeichnet, „Luxusgut“ des herzlichen Informationsaustauschs unter lieben Menschen festhalten und verfasst nun den allerersten Brief für ihren Freund. Da ich einen Teil ihrer Zeilen lesen durfte und diese ganz wunderbar finde, möchte ich sie mit euch teilen:

Was ist ein Brief?

Für mich ist es ein Schreiben, für das sich eine andere Person die Mühe gemacht hat, Papier zur Hand zu nehmen, sich den passenden Stift zu suchen und dann fehlerfrei, um die schöne äußere Form zu bewahren, nieder zu schreiben, was man dem anderen mitteilen möchte. Dazu muss man sich mehr Gedanken machen, denn man kann nicht so einfach eine Nachricht wie beispielsweise mit dem Handy hinterher schicken, wenn man denn etwas anfügen oder noch weiter erläutern möchte. Demnach ist es für mich nicht nur ein Kommunikationsmittel, das dringend nötig ist, um all die Dinge zu erledigen und zu regeln, die im Alltag anfallen. Es ist fast ein Luxusgut, das ich sehr zu schätzen weiß, da es mit viel persönlichem Aufwand zu tun hat und eine gewisse Wertschätzung verbreiten kann, ohne seinen Inhalt mitgeteilt zu haben.

Es bleibt zu hoffen, dass besagter Freund nur einer der Wenigen ist, denen die Freude eines handschriftlichen Briefes bislang verwehrt blieb und auch, dass es mehr Menschen wie Saskia gibt, welche sich trotz immer bequemer werdender Kommunikationskanäle dennoch dazu hinreißen lassen, für Herzmenschen zu Füller und Papier zu greifen.

Als „Botschafterin“ für Briefkastenliebe bleibe ich meinem Briefpapier auf jeden Fall treu und schreibe auch gern jedem einen Brief, der den Wunsch danach äußert.

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