analog · Fernweh

Stockholm II – Söndag.

Tag Zwei in Stockholm. Geweckt von einer großen Portion Sonnenschein des makellosen Himmels über Stockholm starte ich mit größter Motivation in den Tag. Überglücklich den heutigen Tag für meine Bootstour auserkoren zu haben, laufe ich in den Altstadt zur Anlegestelle der Bootstour.

Für 180SEK (umgerechnet knapp 20€) kann man hier ein 24h-Bootstour-Ticket erstehen, was jedoch schade ist, da es ja nicht 24h fährt. Also keine Fahrt am Abend anbietet, sondern bereits um 15Uhr zum letzten Mal ablegt. Jedoch möchte ich keineswegs meckern, denn immerhin genieße ich sogleich eine tolle Fahrt bei schönstem Wetter durch Stockholm. Von der Altstadt geht es am Vasa Museum vorbei zur Steppsholmen, dem Gröna Lund Freizeitpark und entlang der Söderhalm wieder zum Palast, von wo aus die Tour gestartet ist. Ich fahre jedoch nochmal ein Stück weiter und steige am Vasa Museum aus.

Von dort laufe ich in die Östermalm und genieße auf dem Weg erneut den fabelhaften Anblick des Stockholmer Hafens. Ein Traum. Entlang der weihnachtlich dekorierten Straßen bummle ich gemütlich zum Fältöversten, einem kleinen Einkaufszentrum, von dem ich mir ein paar schöne Postkarten verspreche. Immerhin ist heute bereits Sonntag und ein wenig Briefkastenliebe soll ja auch auf den Weg gebracht werden. Ich werde fündig und entdecke zudem einen augenscheinlich günstigeren Supermarkt als den sonst überall verbreiteten Helmköp, dem ich umgehend ein Kilo Marabou-Schokolade in den abgefahrensten Kombinationen abkaufe. So dürfen sich meine Liebsten schon mal auf süße Weihnachten freuen.

Süß war dann kurz darauf auch mein Stichwort. Kaffee und Kuchen standen auf dem Plan. Und nicht nur aus Koffein-Not, sondern primär auch aus der Lust heraus, meine Briefkastenliebe bei einer gemütlichen Tasse Kaffee zu beschreiben. Um nicht einen zweiten Reinfall bezüglich des Christmas Coffees zu erleben, berufe ich mich heute auf die Empfehlung der Generator Hostel-Map, welche in direkter Nähe gleich zwei Koffein-Oasen ausweist: die Snickarbacken 7 sowie das Café Saturnus. Da näher dran steuere ich als erstes das Café Snickarbacken an. So fabelhaft die Auslage aussieht, so voll ist das doch wahrlich sehr geräumige Café. Ich beschließe noch ein paar Schritte weiter zu laufen und die Lage im Café Staturnus zu checken. Immerhin möchte ich gern meine Karten schreiben und ein Sitzplatz wäre hierzu wohl essentiell.

Kurz darauf erreiche ich Objekt Nummer zwei der Begierde. Wow, die Kuchen und Zimtschnecken hier sehen fabelhaft aus. Ich beschließe in den Kampf um einen Sitzplatz zu treten, denn auch hier drängen sich die kaffeedurstigen Gäste. Aber die Situation scheint keineswegs aussichtslos. So lecker etwas Süßes wohl wäre, so sehr gelüstet mich auch etwas Herzhaftes. Aus diesem Grund ziehe ich ein Baguette mit Büffelmozarella plus Cappucino einem Stück Kuchen vor und sehe mich nach einem Platz um. Hierbei hilft die augenscheinlich italienische Mama, welche den Laden fest im Griff hat. Die Tatsache, dass ich allein bin, scheint ihr nicht ganz ins Konzept zu passen. Statt mich einfach setzen zu lassen, diktiert sie mich einmal durch den ganzen Laden, um mir dann nach erneutem Nachfragen, ob ich alleine sei, endlich einen Tisch anzubieten.

Bereits latent genervt von ihrer energischen und ungemütlichen Art, nehme ich Platz und warte auf meine Bestellung. Diese erreicht mich kurz darauf. Da die Tische recht eng gestellt sind, nahm ich mir die Freiheit, meinen Single-Tisch ein wenig gemütlicher zurecht zu rücken, um nicht mit meinem Ellebogen auf dem Teller meines Nebenmanns zu landen. Tja, diese Rechnung habe ich ohne die Herrin des Hauses gemacht, welche mal direkt wieder für Ordnung sorgt. Danke. Mein Plan des Kartenschreibens war schlagartig verworfen. Vermutlich hätte sie mich nach 15 Minuten darauf hin gewiesen, dass der Tisch für die nächsten hungrigen Gäste vorgesehen wäre. Daher mein Rat an euch: meidet diesen Laden. So lecker alles aussieht, Gemütlichkeit ist und bleibt einfach ein essentieller Punkt. Im Sommer allerdings bietet sich wohl das Mitnehmen der Leckereien an, denn nur wenige Schritte entfernt liegt der Humlegarden, wo ihr toll picknicken könnt. Da schmeckst auch und die Ruhe bleibt gewahrt.

9 Kommentare zu „Stockholm II – Söndag.

  1. Ach wie schade, dass die Caféherrin so herrschend war, lange gemütlich im Café zu sitzen und zu schreiben ist einfach großartig. Es schreibt sich schön und man trinkt oder isst dann doch nich eine zweite Runde. Außerdem ist Mundpropaganda nicht zu unterschätzen! Danke, dass du auch negatives so direkt aussprichst, Feedback ist Feedback und sollte ehrlich sein!

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